Der Drachentöter

  • Da ich ab und an mal Gedichte schreibe, hab ich auch vor nem Jahr mal eins über einen Drachentöter geschrieben.
    Ich finde das passt demnach eigentlich gut hierher.
    Für Anregungen und Gedanken wäre ich dankbar, Kritik natürlich ebenso ;)




    Der Drachentöter



    Ausgerückt mit Schwert und Schild, den Drachen zu erlegen;
    Der bedroht des Königs Schloss, trachtet nach Menschenleben.
    Des Königs Sohn ward schon gefallen, beim närrischen Versuch;
    Als er dem Untier trat entgegen, seinen Körper ziert das Leichentuch.
    Ich betrat des Schlosses Hof, sah Hoffnung in den Augen;
    Mein Ruf der mir vorausgeeilt, die Leute schienen es zu glauben.



    Ein Drachentöter bin ich, dem Volke wohl bekannt;
    Jeden Drachen zwing ich, das Schwert führt meine Hand.



    Schnell ward erzählt was hier geschehen, mein Gesicht ziert keine Regung;
    Vergeltung nun für dies Vergehen, sprach der König in Erregung.
    Seinen Kopf den bring mir Krieger, zieh los im Morgenschein;
    Bist du am Ende Sieger, meine Tochter die wird dein.
    Vollbringen will ich, ward mein Versprechen, was sie so sehr versehrt;
    Des Drachen Leben will ich brechen, der Lohn von mir begehrt.



    Ein Drachentöter bin ich, dem Volke wohl bekannt:
    Jeden Drachen zwing ich, das Schwert führt meine Hand.



    Des Drachen Hort war schnell erreicht, er stand mir gegenüber;
    Seine Gestalt die mich erbleicht, doch das war schnell vorüber.
    Der Lärm des Kampfes die Luft erfüllt, Attacke auf Parade;
    Die Grausamkeit des Krieges enthüllt, es besingt mich einst ein Barde.
    Stunden gedauert dieser Kampf, einen Sieger den gab's nicht;
    Lagen beid' im Todeskampf, erloschen unser Licht.



    Ein Drachentöter ward ich, dem Volke wohl bekannt;
    Den Drachen den bezwang ich, das Schwert fiel aus der Hand.

  • Dem kann ich mich nur anschließen.


    Ein wirklich gutes Gedicht, die "Geschichte" gefällt mir gut, der Wortlaut passt perfekt ;)



    *will mehr, will mehr*

  • Jo, Respekt ... da gehört schon was dazu so zu reimen.


    Ich hab ja früher auch ein paar Gedichte geschrieben, aber da mir das Reimen nie besonders gelang habe ich mich dann von Lyrik auf Prosa verlegt... :rolleyes:


    Aber mit dem Refrain klingt Dein Gedicht schon wie ein Lied; frag doch mal ne Mittelalterband, ob sie's für Dich vertonen wollen - ich könnte mir den Gesang von Schandmaul gut dazu vorstellen... :D

  • Wow... hammer!


    das find ich bedeutend besser als das "Grüner Drache" gedicht von Seth... sollte man austauschen! Das is auf jeden fall 2 Wks Wert^^

  • Jo Neck, wäre auch eine Idee. Dann hätte der Seth mal ein schönes Liedchen vorzutragen :)


    Und ich freu mich natürlich das des Gedicht gefällt ;)

  • müssen wir mal gaaannnnzzz lieb Harrassim fragen :)
    der hatte ja schon neulich das Mahnmal bei der Zita mit reingesetzt^^

  • hm... ganz so loben kann ich dein werk nicht
    das gedicht ist rhetorisch gesehen zwar gelungen, allerdings haperts in sachen wortmelodie ziemlich... sobald ich glaube, eine struktur zu erkennen, werde ich bald wieder rausgeworfen und muss mit der suche von neuem beginnen


    mensch könnte noch einiges mehr rausholen... aber es bleibt natürlich dir überlassen, ob du es wirklich nochmal überarbeiten willst


    ich hoffe, meine kritik hilft dir etwas... und ich hoffe auch, dass du dich nicht angegriffen fühlst oä (ich weiß ja nicht (mehr), wie hier mit negativer kritik umgegangen wird, da ich schon länger nicht mehr hier tätig war), mein tipp war eher als einer konstruktiver natur gedacht - und du musst auch verstehen, dass mensch gegenüber gedichten sehr schnell abstumpft als begeisterter leser sowie schreiber, mod in einem literaturforum und anlaufstelle für ratschläge zu eigenen texten ^^''

  • Nun Reginald, ich freue mich über Lob ebenso wie über Kritik, zeigt es mir doch das sich jemand mit meinem Text auseinander gesetzt hat.
    Also nehm ich es dir sicherlich nicht krumm.


    Ob ich letzten Endes den "Drachentöter" umschreibe wird die Zeit zeigen, war es eigentlich der erste Versuch von mir, mal ein Gedicht zu schreiben. Habe mitlerweile einige mehr.
    Und wie dir aufgefallen ist, ist nicht alles so rund und melodisch geschrieben, es gibt selber Stellen die mir nicht so gut gefallen. ;)

  • Als Liedvorlage mag es gehen, weil man da tricksen kann. Bei Gedichten ist das schwerer. die ersten beiden Zeilen stimmen aber dann feht die Linie an die die ich mich immer halte. Zähle die Silben pro Zeile --- ist für den Anfang ein guter Tip für mich. Damit bekommt man ein wenig Struktur und das Gedicht stolpert weniger. Davon kann man abweichen und wird auch oft getan, gerade bei Liedtexten, da kann man ja mit den Doppelnoten und Pausen rumtricksen, aber bei Gedichten geht das schwerer.

    Wenn einer, der mit Mühe kaum
    Gekrochen ist auf einen Baum,
    Schon meint, daß er ein Vogel wär,
    So irrt sich der.


    Wilhelm Busch

  • Hi,


    was Reginald meint, war auch mein Eindruck beim groben Überfliegen. Hier mal ein Beispiel:


    "Ausgerückt mit Schwert und Schild, den Drachen zu erlegen;
    Der bedroht des Königs Schloss, trachtet nach Menschenleben."


    Das Metrum stimmt nicht, der zweite Vers hat eine Silbe zu viel. In wechselnder Intensität gilt das für so ziemlich alle Folgeverse.


    *g* Und wo ich das gerade sehe:


    "Ein Drachentöter bin ich, dem Volke wohl bekannt;"


    Das soll wohl (-> Modalpartikel, die eine Vermutung anzeigt!) "wohlbekannt" heißen ;)