Gedankenkreisel


  • GEDANKENKREISEL


    Über sich selbst nachdenken zu können,


    ist die besondere Gabe des Menschen,


    aber gleichzeitig auch sein Fluch.


    Man setze einen Menschen in einen Raum.


    Er dreht nach geraumer Zeit durch.


    Die Einsamkeit tötet ihn.

    Oder tötet ihn


    seine bloße Existenz?


    Wenn die Menschen sich grundsätzlich nicht selbst ertragen können,

    warum leben sie dann?


    Wir verbringen unser ganzes Leben damit,


    vor uns selbst zu fliehen.

    Warum laufen wir vor uns weg ?


    Wovor laufen wir weg, durch die Ablenkung?


    Der Alltag ist Ablenkung.


    Ablenkung vor dem Unausweichlichen.


    Es ist egal, ob ich mich umbringe.


    Man wird es vergessen.


    Der Mensch vergisst alles.


    Am Ende sind wir alle am Ende.


    Das Ende ist gleichzeitig ein Anfang.


    Der Anfang vom Ende


    ist gleichzeitig das Ende vom Anfang


    Es gibt immer eine noch größere Zahl.


    Was ist Sinn?


    Sinn ist, dass ich einen Sinn finde.


    Nichts hat einen Sinn,


    und alles hat keinen Sinn.


    Nichts hat keinen Sinn,


    und alles hat einen Sinn.


    Der Sinn von Allem ist,


    einen Sinn zu geben.


    Wer hat dies so eingerichtet ?


    Wer gibt dem Universum einen Sinn ?


    Das Universum existiert,


    aber es hat keinen Sinn


    Den Urknall gab es nicht.


    Es gibt niemals einen Ursprung,


    denn jedes Ereignis muss einen Auslöser haben.


    Nichts passiert


    Alles ist Reaktion.


    Reaktion auf Aktion.


    Aktion auf Reaktion


    oder


    Aktion auf Aktion ?


    Es gibt immer eine noch größere Zahl...


    das Universum kann nicht endlich sein,


    denn was ist hinter der Grenze.


    Eine Grenze hat immer etwas dahinter.


    Also was ist das Universum?


    Etwas in einem Sandkorn in einem anderen Universum?


    Eine Grenze ist nur dann eine Grenze,


    wenn es 2 Seiten gibt.


    Was ist hinter der Grenze des Universums ?


    Es kann kein anderes Universum sein,


    denn dann müsste es unendlich viele geben.


    Aber die einzige Unendlichkeit


    stellt die Zeit dar.



    Oder?



    Wenn die Uhr irgendwann aufhört zu ticken,


    was hat sie dazu bewogen, zu ticken ?


    Wenn sie aufhört, zu ticken,


    was kommt danach ?


    Zeit ist ein Fake.


    Eine Einbildung.


    Es gibt keine Zeit.


    Hätten wir einen Raum, in dem eine Lampe


    brennt,


    hätten wir keine Zeit.


    Denn nehmen wir an, die Lampe würde ewig brennen,


    dann ist die Zeit relativ.


    Also herrscht Unendlichkeit.


    Das Perpetuum Mobile


    ist schon gefunden:


    Die Welt.



    Dreht sie sich ewig ?


    Warum dreht sich die Erde um die Sonne ?


    Wer hat die Erde angeschubst ?


    In welcher Masse dreht sich die Erde ?


    Was ist das Kugellager ?


    Wenn sie sich im Nichts dreht,


    ist sie auch nichts.


    Nichts gibt es nur einmal.


    Das wäre zu kompliziert.


    Also gibt es die Erde noch einmal.


    Wie ein Wald abertausende Bäume hat,


    muss das Universum abertausende Zivilisationen haben.


    Die Existenz an sich hat keinen Sinn,


    denn sie hat nicht entschieden, zu existieren.


    Wenn jmd über unsere Existenz entschieden hat,


    wer hatte über seine entschieden ?



    Es gibt immer eine noch größere Zahl...





    (danke an schwarzz)

  • Charles Haddon Spurgeon, ein Prediger, sagte einmal: "An dem Tag, als ich mein Leben Jesus übergab, gab ich ihm alles: meine Talente, all meine Kraft, meine Gaben, Augen, Ohren, Gefühle, meine Meinungen, einfach mein ganzes Menschsein und alles, was aus mir noch hervorkommen könnte. Alle Fähigkeiten wollte ich einsetzen für den Lebensplan, den Gott mit mir vorhat."


    Jeder Mensch hat einen Lebensplan, man muss ihn nur finden auch wenn es schwer fällt.

  • Der Sinn im Leben ist, dem Leben einem Sinn zu geben. Also ist der Sinn des Lebens das Leben selbst.


    Zitat

    Life is not to find yourself, life is to create yourself.


    Dieses Zitat führe ich in diesem Zusammenhang immer gerne an. Wenn du sehr viele Ursprungsfragen hast, kannst du ihnen auf spiritueller (über Religion und esoterische Thesen) und rationaler (durch Wissenschaft, bevorzugt Quantenphysik, bezüglich des Verständnisses der Raumzeit und experimentiellen Ansätzen dafür, was dahinter liegt) Art und Weise auf den Grund gehen, was dich davon eben mehr erfüllt. Jedoch hat keine von beiden Seiten jemals die Frage unumstößlich geklärt.

  • Zufall...


    Ich bin nicht der Meinung, dass es so etwas, wie DEN ‚Sinn des Lebens’ gibt. Das Leben existiert um des Lebens selbst willen.


    Beispiel: Was ist der Sinn des Lebens einer Zecke? Sie schlüpft aus dem Ei und wartet Monate, ja manchmal Jahre, bis sie ihren richtigen Wirt findet. Und hat sie ihn gefunden, so saugt sie Blut und wächst. Schließlich löst sie sich von ihrem Wirt, fällt zu Boden, legt ihre Eier und stirbt. Was ist also der Sinn? In diesem Falle wohl die Fortpflanzung. Jedoch was ist der Sinn der Fortpflanzung? Das neue Leben. Was ist der Sinn des Lebens?


    Tiere stellen sich die Frage gar nicht erst. Sie existieren, um neues Leben in die Welt zu setzen, was an sich schon sinnlos ist.


    Was den Urknall angeht: Ich bin davon überzeugt, dass es so etwas, wie den Urknall gegeben haben muss. Was vorher existierte ist leicht zu sagen: Nichts. Jetzt ist die Frage, warum sich eine so große Energie ansammeln konnte, dass sich daraus Protonen, Neutronen, Elektronen und wie sie alle heißen bilden konnten. Manche nennen diese ungeheure Energie Gott, doch ich tendiere dazu sie dem Zufall zuzuschreiben. Und warum es ausgerechnet auf diesem Planeten hier die idealen Voraussetzungen für Leben gab, auch das hat der Zufall zu verantworten. Es ist zwar eine so verschwindend kleine Wahrscheinlichkeit, dass all diese Zufälle auf einen Planeten zutreffen, doch offenbar trafen sie auf einen gewissen Planeten zu.


    Der Sinn dahinter? Wahrscheinlich keiner.


    Und die Zeit: Das ist schwer zu erklären, doch ich selbst habe eine sehr konkrete Vorstellung, was Zeit angeht. Ein Beispiel: Würde die Zeit stehen bleiben, so würden wir es nicht merken. Es ist schon aus logischen Gründen nicht möglich den Zeitraum zu berechnen, in denen es keine Zeit gibt. Ganz einfach deshalb, weil es keine Zeit in diesem (Zeit)raum gibt. Wir merken es also auch nicht, wenn die Zeit langsamer oder schneller vergeht, oder ob sie überhaupt vergeht. Vielleicht ist es ja so, dass zwischen einzelnen Zeiteinheiten es immer wieder ‚Löcher’ gibt. Wir sind jedoch nicht in der Lage sie zu erkennen.
    Fazit: Es ist egal, ob Zeit vergeht, oder nicht. Wir merken es ohnehin nicht.


    Der Sinn? Wenn es keine übergeordnete, intelligente Macht gibt, die die Fäden des Universums in der Hand hält, so sehe ich keinen Sinn darin. Denn braucht es nicht immer Jemand denkenden, um irgendetwas einen Sinn abzuringen?

  • Die Töne sind verklungen
    Lassen nur die Stille spürn
    Es wird so leer
    Die Bilder sind verschwunden
    Doch die Farben leuchten noch
    Die Freunde sind gegangen
    Doch die Freundschaft lebt weiter
    Der Spiegel ist zersprungen
    Und ich seh euch tausendfach


    Vorbei, verklungen und verschwunden
    Vom Wind verweht ist jedes Wort
    Ich weiss, die Töne sind verklungen
    Doch das Lied stirbt nie
    Es klingt ewig fort


    Die Töne sind verklungen
    Wie ein letzter Atemzug
    Es wird so kalt
    Die Sonne ist versunken
    Doch die Erde ist noch warm
    Und ein alter Baum
    Vom Sturm gefällt
    Lebt in jedem Blatt weiter
    Die Welle, die am Strand zerschellt
    Schenkt ihre Kraft dem Meer


    Vorbei, verklungen und verschwunden
    Vom Wind verweht ist jedes Wort
    Ich weiss, die Töne sind verklungen
    Doch das Lied stirbt nie
    Es klingt ewig fort

  • ich schreie, doch du hörst mich nicht



    die narben siehst du nicht



    jeden tag neues blut - doch du kannst es nicht sehen



    dein leben geht weiter - meins hat aufgehört



    es gibt immer einen grund realistisch zu bleiben, aber...



    Aber es gibt da einen Moment in Deinem Leben, einen einzigen,
    einmaligen Moment, da fühlst Du etwas, etwas, was Du noch nie zuvor
    gefühlt hast. All` das, was Du einst empfunden hast und dachtest es war
    die wahre Liebe wirkt blass dagegen. Du empfindest es wie das, worauf
    Du immer gewartet hast, etwas, wonach Du immer auf der Suche gewesen
    bist. Zeit, Ort oder Alter oder die Zahl derer, mit denen ein Mensch in
    der heutigen Zeit geschlafen haben sollte - wirken bedeutungslos. Das
    Gerede der Anderen verblasst, Du allein weißt, ganz tief in Deinem
    Herzen, was Du da gefunden hast, was es Dir bedeutet. Und genau in
    diesem Moment wird Dir klar, Du bist am Ziel - am Ziel Deines Suchens,
    am Ziel Deines Lebens. Egal wie tief es auch runter gehen mag, Du weißt
    er ist da, er fängt Dich auf. Es gibt schlechte Momente, Dinge, bei den
    Du glaubst, dass Dein Herz zerbricht - aber immer ist da dieses Gefühl,
    dass Du kämpfen musst, kämpfen um das, was Du gefunden hast. Wenn es
    einen Sinn im Leben gibt, dann diesen.


    Es geht nicht darum zu finden, zu glauben zu lieben und wenn es
    schlecht läuft aufzugeben - denjenigen gehen zu lassen, weil es besser
    so ist.


    Man muss kämpfen, Kompromisse eingehen, verstehen lernen, mit dem Herzen denken können - und reden -



    Wenn Äußerlichkeiten keine tiefe Bedeutung mehr haben, ein Blick in
    die Augen alles sagt, es nur noch um diesen Menschen, sein Herz, sein
    Seele geht...



    So was findet man nur einmal im Leben - und wenn man es verloren hat - wird es nichts Vergleichbares mehr geben - nie mehr -



    und das einzige, was bleibt ist NICHTS









  • So was findet man nur einmal im Leben - und wenn man es verloren hat - wird es nichts Vergleichbares mehr geben - nie mehr -



    und das einzige, was bleibt ist NICHTS



    Diese "einzige" Liebe - wenn es sie denn gibt - geht nicht verloren. Alles, was man verliert, sollte ohnehin gehen. Irgendwann.


    Das Fallen endet mit dem Flug.

  • Nichts kann verloren gehen.
    Es kann sich nur wandeln.
    Ob negativ,
    ob positiv,
    es ist egal,
    denn immer bleibt die Wandlung das einzig Absolute.
    (Energien können weder zerstört, noch erschaffen werden; sie können lediglich umgeformt werden.)


    Ein schönes Zitat hierzu aus "Feurio (Türen offen)" von Einstürzende Neubauten (Text: Blixa Bargeld):
    "Mittels Druck und Körperwärme,
    wird aus einer Konfusion,
    unsere Kernfusion
    und
    ungeheuer,
    ungeheuer,
    ungeheuer,
    ungeheuer
    viel Energie wird frei!"

  • In komplexen Gedankengängen habe ich für mich persönlich geschlussfolgert, dass der Sinn des Lebens die Kommunikation sein muss. Kommunikation ist der Transfer von Informationen, die dem Stillstand ein Ende bereiten. Ohne Reize und Reizaufnahme funktionierte unser menschlicher Organismus nicht. Selbst Elemente reagieren auf "Informationen". Das ist die Erklärung für chemische Reaktionen, für das Funktionieren "lebender Wesen" und die Progression allen Seiendem.


    Nur für die Bemessung, was sinnvoll oder sinnlos ist, benötigt es einen Denkenden. Sinn des Lebens ist wohl die größte Narretei der Menschen, da es, wie du es so schön beschreibst, voraussetzen würde, dass ein intelligenter Konstrukteur existiert. Da mensch in seiner Gier nach Wissen oder seiner Angst vor dem Unwissen immer danach streben wird, seinen Fragen Antworten zuzuleiten, sodass er sich im "Reinen" fühlt. Darum hab ich mir meinen eigenen Sinn des Lebens - für mein menschliches Dasein relevant - zurechtgebastelt.


    Schöner Text, den du da geschrieben hast. Gefällt mir sehr gut. An Zuzfall glaube ich jedoch nicht. Auch, wenn mir die Idee des Zufalls sehr gefällt. Ich glaube daran, dass wir uns in einer Gleichung befinden, die nach gewissen Regeln nach und nach aufgelöst wird, bis wir dasselbe erreichen, was an der anderen Seite des Gleichzeichens steht. Demnach: Vorprogrammierte Lösung.


    (Hierzu kann der letzte Blogeintrag von mir auf Blog.Schallsystem.info gelesen werden. Wird dort genauer erklärt, definiert und geschlussfolgert.)

    Einmal editiert, zuletzt von xandiam ()