Von Bergen und Propheten

  • Mit einer hastigen seitwärtsdrehung wich der Schattenläufer der heran sausenden Elfenklinge aus. Eine viel zu knappe Geschichte seiner Meinung nach.
    Sich den neuerhaltenen Schwung zunutze machend, wirbelte er an dem Krieger vorbei, rammte ihm seinen Dolch zwischen Helm und Kragen in den ungeschützten Hals und riss ihn ruckartig wieder heraus.
    Das Stabschwert seines Gegners fiel laut krachend zu Boden als die behandschuhten Hände des Elfs sich stattdessen auf die Wunde pressten. Doch es war bereits zu spät für ihn. Dunkelrotes Blut quoll zwischen seinen Fingern hervor und nur einige Sekunden später ging er gurgelnd zu Boden, nicht in der Lage noch einen anderen Ton hervorzubringen.
    Syas hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Dolch bereits wieder notdürftig gereinigt und verstaut. Anschließend hastete er zu seinem Schwert welches neben dem Tisch lehnte und zog es schnurstracks aus der Lederscheide. Ein Hochelf der so weit hinter feindlichen Linien auftauchte war mit Sicherheit nicht alleine unterwegs. Als er die Tür zum Flur aufriss bestätigte sich seine Befürchtung. An der nächsten Ecke konnte er schon zwei erschlagen Waldelfenwachen in ihren eigenen Blutlachen liegen sehen. Beides gut ausgebildete Soldaten.


    Lautlos huschte er den Gang entlang und spähte um die Ecke. Eine weitere Leiche lehnte zusammen gesunken neben einer aufgebrochenen Türe. Ein vorsichtiger Blick hinein bestätigte sein Gefühl, dass der Angreifer noch da war.
    Ein hochgewachsener und für elfische Verhältnisse sehr robust und kräftig wirkender Mann in hochelfischer Rüstung riss soeben die Decke vom Bett. Ein leeres Bett wie sich heraus stellte. Wem auch immer das Zimmer gehörte, er oder sie hatte wohl beschlossen einen Nachtspaziergang zu machen oder teilte sich das Bett mit jemand anderem in dieser Nacht.


    Was auch immer die Gründe für die Absenz waren, sie hatten dieser Person wohl das Leben gerettet.
    Der Angreifer hatte in jedem Fall weniger Glück. Mit einem sauberen Schnitt war sein Kehlkopf durchtrennt und seine Lebenslichter erloschen.


    Syas verschwendete keine Zeit und widmete sich wieder dem Flur. Er kam noch an zwei weiteren Zimmern vorbei in denen die Bewohner weniger Glück gehabt hatten als der Schattenläufer selbst oder der Unbekannte Abwesende. Von den Angreifern fehlte jede Spur.
    Urplötzlich krachte es laut am Ende des Flurs. Ein gepanzerter Elf kam durch die Holztür gesegelt und stieß gegen die gegenüberliegende Wand. Ein Pfeil ragte aus seiner Brust. Kurz darauf erschien ein Waldelf aus eben jenem Zimmer und blickte abfällig auf den Toten herab ehe er den Blick den Flur hinunter lenkte, direkt auf Syas.
    Die Augen des Bogenschützen verengten sich zu schlitzen.


    Der Schattenläufer starrte für einen Moment verächtlich zurück. Dann, wie auf Kommando wendeten sich beide ab und jeder verschwand in eine andere Richtung .
    Von allen Personen im Gebäude…ach was, im ganzen Außenposten, hätte es ihn bei Serith, am wenigsten gestört wenn er dem Angriff zum Opfer gefallen wäre.
    Aber Unkraut verging nun mal eben nicht so einfach.


    Auf seinem Weg die Treppen herunter überraschte Syas noch einen weiteren Hochelfen und durchbohrte sein Herz mit der Schwertklinge. Weitere Gegner konnte er weder sehen noch hören, trotz seiner geschärften Sinne und außerordentlichen Nachtsicht musste das bei einem Kampf gegen Elfen aber nichts heißen.
    Doch es blieb dabei. Auf seinem Weg hinaus lief er keinem Angreifer mehr über den Weg. Dafür war nun deutlicher Kampflärm von draußen zu hören.
    Leicht nervös ließ er das Schwert einmal in der Hand rotieren.
    Das professionelle Vorgehen und die hochwertige Ausrüstung wiesen die Hochelfen als Elitesoldaten aus. Nicht die Sorte Frontschwein die man in große Schlachten führt sondern die denen man wichtige Missionen anvertraute weil man auf ihre Fähigkeiten zählen konnte. Im offenen Konflikt würden diese wohl eine sehr viel größere Gefahr darstellen als hier drinnen wo ihn niemand kommen hatte sehen. Auf der anderen Seite war er selbst auch kein einfaches Frontschwein.


    Ohne weiter zu zögern trat er durch die Tür nach draußen.
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    [i]Einer der sonnigsten und freundlichsten Tage des ganzen Herbstes ging langsam zu Ende als Syas die Ausläufer der Elfenwälder erreichte. Am Horizont konnte er noch den Rauch aus den Schornsteinen Grimsteins aufsteigen sehen.
    Die letzte Menschenstadt vor den Reichen der Elfen hatte einiges an Information für ihn parat gehabt. Genug Information um zu dem Schluss zu kommen, dass das Risiko auf eigene Faust loszuziehen zu groß gewesen wäre.
    Selbst mit seiner Fähigkeit sich praktisch wie ein Geist durch die Wälder zu Bewegen würde es lange dauern Isalith ausfindig zu machen und je länger die Suche andauerte desto höher wäre die Chance, dass ihn ein aufmerksamer Elfenspäher doch ausmachen konnte. Und selbst der gefährlichste Krieger konnte durch einen einfachen Pfeil sterben.


    Praktischerweise hatte er nach der Rettung Karalyas ein sehr brauchbares Geschenk vom Drachenreiter Raspar erhalten.
    Geistesabwesend paffte der Schattenläufer an seiner Pfeife als er sich auf einem Baumstumpf nieder ließ und den karmesinroten Anhänger den er bis eben noch offen um den Hals getragen hatte zwischen den Fingern hin und her wandern ließ. Bald war die Sonne hinter dem Horizont verschwunden. Von da an dauerte es nicht mehr lange bis ein leises sausen zu hören war welches rasch lauter wurde. Offensichtlich nicht überrascht erhob sich der junge Mann gemächlich von seinem Baumstumpf und band sich den Anhänger mit der Lederschnur wieder um den Hals ehe er seinen Reisebeutel wieder aufhob und über die Schulter warf.


    Im nächsten Moment landete bereits, sanfter als man erwarten würde, ein über zehn Meter langer Drache einige Meter entfernt auf der Wiese. Auf seinem Rücken saß ein Mann mittleren Alters im Sattel der grüßend den Hut zog: „Wie versprochen, hier bin ich, werter Sal.“ Der Drache knurrte daraufhin bedrohlich und kleine Flammen glühten aus seinen Nüstern auf ehe sie wieder erstarben. „Oh ja natürlich. Hier sind WIR wie versprochen.“ , korrigierte der Reiter hastig.
    Syas lachte vergnügt auf und Schritt auf die beiden zu: ,,Freut mich deine Bekanntschaft zu machen Ril‘.“
    Ohne groß darüber nachzudenken tätschelte der Schattenläufer im vorbei gehen den Hals des Drachen.
    „Sal, vorsicht!....oh sieh mal einer an. Riley ist sonst nie so ähm….zurückhaltend bei Fremden.“
    Der Drache sah, wenn überhaupt, ein wenig irritiert aus für einen Moment, ließ es aber dabei bleiben.
    Syas antwortete mit einem Schulterzucken: „Raspar meinte bereits, dass ich ein Händchen für Drachen habe. Scheint also nicht nur seine Partnerin zu sein der ich geheuer bin.“
    Problemlos auf den Rücken des Wesens kletternd verknotete der Schattenläufer auch bereits sein Gepäck sorgfältig am Sattel ehe er sich selbst ebenfalls absicherte. Der Reiter wartete geduldig und wendete sich dann um: „Und ihr seid sicher, dass Ihr das tun wollt Freund? Das ist Kriegsgebiet und als Mensch hat man dort nicht sehr viele Freunde. Gar keine um genau zu sein.“


    „Ganz sicher. Es wird schon schief gehen, lasst uns aufbrechen.“, entgegnete Syas zuversichtlich. „Ach und Kellham, nennt mich doch Syas.“, fügte er dann noch hinzu.


    Vier Tage später war bereits alles schief gegangen...

    Syas bleibt noch ein Weilchen stehen und sieht den Drachen und ihren Reitern hinterher ehe er die Landkarte die er immernoch in der rechten Hand hält, ausbreitet. Linkerhand im Tal befindet sich ein See. Dahinter eine Hügelkette die es zu überqueren gilt bis er ins wahrhaftige Gebirge kommt. Und genau das ist sein Weg. Gelassen, steckt der Mensch die Karte weg und bringt stattdessen seine Pfeife und einen Beutel Tabak zum Vorschein... die Reise beginnt.

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  • Ächzend setzte sich der junge Mensch auf und wollte sich die Schläfen massieren nur um herauszufinden, dass die Ketten mit denen man ihn festgebunden hatte dafür einfach zu kurz waren. Einen gemurmelten Fluch ausstoßend machte er sich stattdessen einfach daran sich umzusehen, die pochenden Kopfschmerzen so weit wie möglich ignorierend. Verdammter Betäubungspfeil…


    Man hatte ihn in ein Verlies gesperrt wie es unkreativer kaum sein konnte.
    Dicke Steinmauern? Check.
    Staubiger Grund? Check.
    Gittertür? Check.
    Kleines vergittertes Fenster hoch oben durch das nur ein kleines bisschen Licht schien? Check.
    Ein kleiner Holztisch samt Stuhl? Oh… das war eigentlich durchaus einzigartig.
    Die Tatsache, dass man ihm neben Hemd und Hosen außerdem die Stiefel gelassen hatte notierte er ebenfalls als Pluspunkt auf seiner imaginären Pro & Kontraliste.
    Die Tatsache, dass man ihn überhaupt erst mal ohne Fragen zu stellen eingesperrt hatte nachdem er einen ihrer Spähtrupps vor einem Hinterhalt gewarnt hatte den er aus der Luft gesehen hatte war dagegen ein Punkt den er auf der Minusseite der Liste eintrug.
    Nach etwa einer halben Stunde bekam er denn schließlich Gesellschaft in Form einer Beamtin und zwei Wachen. Ziemlich übertriebene Sicherheitsvorkehrungen wenn man bedachte, dass er so oder so keinen halben Meter von der Pritsche weg konnte dank der Ketten.
    Eine Wache bezog bei der Tür Stellung, die Zweite positionierte sich bei der Pritsche neben ihm und die Frau selbst machte es sich im Stuhl bequem.


    Ein ermüdendes Frage und Antwortspiel begann.

    Wo kommt Ihr her?
    Wie konntet Ihr ungesehen soweit in elfische Gebiete vordringen?
    Woher wusstest Ihr von dem Hinterhalt unserer Feinde?
    Wer bei Ramius Beckenknochen seid Ihr überhaupt?
    Nun…die Fragen waren vielleicht nicht wortwörtlich die Selben, der Sinn blieb der Selbe.
    Interessant wurde das Gespräch erst als man ihn fragte aus welchen Gründen er überhaupt hier war und er antwortete: „Ich bin auf der Suche nach einer gewissen Isalith Silbersang. Ihr kennt sie nicht zufällig?“
    Der überraschte Gesichtsausdruck der Beamtin und das kurze zucken von einer der Wachen waren Antwort genug für ihn. Die etwas plötzliche Stille tat ihr übriges.
    „Noch nie von ihr gehört.“ , entgegnete die Frau schließlich. Syas verdrehte die Augen und konnte nicht anders als kurz freudlos aufzulachen:
    „Mit Verlaub, ich habe einiges an Erfahrungen wenn es um schlechte Lügner geht. Ich sehe zum Beispiel jedes Mal einen wenn ich mein Spiegelbild betrachte. Also tut uns beiden doch den Gefallen und versucht es erst gar nicht.“
    Diese Worte hatten nicht den gewünschten Effekt. Statt mit der Sprache herauszurücken, wirkte die Elfe plötzlich eingeschnappt.
    Mit hochgerecktem Kinn verkündete sie: „Wir sind hier fertig für heute.“ Die Wachen setzten sich sofort in Bewegung. Einer hielt ihr die Tür auf, der Andere behielt derweilen Syas im Auge als ob dieser jederzeit aufspringen und jemanden anfallen könnte. Tat er aber nicht. Der Schattenläufer seufzte nur und verdrehte ein weiteres Mal die Augen.
    Er und seine diplomatischen Fähigkeiten Mal wieder. Bevor die drei Elfen seine Zelle wieder komplett verlassen hatten, rief er der Beamtin noch nach: „Richtet ihr doch bitte aus, dass ein gewisser Syas sie zu sprechen wünscht. Ich werde hier warten!“ Was sollte er denn auch sonst tun? Von der Elfe kam keine verbale Reaktion mehr und so konnte er nur hoffen.
    Hoffen und warten.


    Schon Am nächsten Tag gab es wieder Besuch und wieder war es nicht Isalith. Die zwei Wachen vom Vortag waren zurück nur diesmal in der Begleitung des bulligsten Elfen den Syas je zu Gesicht bekommen hatte.
    Mit seinem Stiernacken, den breiten Schultern und Oberarmen deren Umfang beinahe doppelt so groß zu sein schien wie die von Syas selbst passte er nicht wirklich in das typische Elfenbild. Seine dagegen typisch elfischen, feinen Gesichtszüge standen im krassen Gegensatz zum Rest seines Äußeren. Das wirkte alles zusammen beinahe witzig aber das ließ man sich vor einem Kerl wie ihm besser nicht anmerken, vor allem wenn man selbst gerade wehrlos war.

    „So Mensch. Ich hörte ihr sucht eine gewisse Silbersang.“
    , begann Stiernacken. In Syas keimte Hoffnung auf. Das Gespräch hatte kaum begonnen und es hatte jetzt schon mehr gefruchtet als das Gestrige. Immerhin leugnete sein neuer Gesprächspartner nicht einmal, dass er sie kannte…oder?
    Vorsichtiger als gestern antwortete der Mensch: „Richtig. Eine Isalith Silbersang um genau zu sein. Ihr Bruder Serith kann von mir aus sonst wo bleiben.“ Kurz wurde es still ehe sich Stiernacken nach vor lehnte: „Ihr seid also ein Kopfgeldjäger. Wer hat euch angeheuert? Die Hochelfen?“
    Uuuund da war das gute Gefühl welches Syas bisher bei diesem Gespräch hatte auch schon dahin.
    „Ich wäre ein ziemlich unfähiger Kopfgeldjäger wenn ich mich von euch kampflos schnappen lassen würde bevor ich auch nur weiß ob mein Ziel überhaupt da ist, oder?“ , gab er zurück und fügte nach einer kurzen Pause hinzu: „Außerdem steht ihr Name soweit ich mich erinnern kann nicht einmal auf den Steckbriefen. Nur der Name den die Hochelfen ihr gegeben haben.“ Stiernacken grübelte nicht lange sondern hatte schon eine Antwort parat: „Was mich zu unserem nächsten Punkt bringt. Ihr verratet mir jetzt woher Ihr diese Information habt und ich tue euch dafür nicht weh…nicht allzu sehr zumindest.“ Syas knirschte mit den Zähnen. Na toll. Nach kurzem überlegen wie er es am besten formulieren sollte entschied er sich für die simpelste Form: „Sie selbst hat sich mir so vorgestellt.“


    Der Hieb des Elfen kam so schnell und aus dem nichts, dass selbst er beinahe zu langsam gewesen wäre. Nicht, dass es einen Unterschied gemacht hätte, denn erst als er die Hände zum Blocken nach oben reißen wollte, fiel ihm wieder ein, dass die Ketten dafür nicht lange genug waren.
    Im nächsten Augenblick traf die Faust ihr Ziel und Syas Kopf wurde wuchtig zurück gerissen. Der Schmerz setzte erst einige Augenblicke später wirklich ein als die Taubheit langsam abklang. Der Schattenläufer spuckte Blut bevor man ihn beim Schopf packte und zwang den Elf wieder anzusehen. „Ich wiederhole also: Ihr werdet mir sagen wie Ihr an diese Information gekommen seid und ich bereite euch im Austausch dafür weniger Schmerzen.“


    Syas hielt den Blick des selbsternannten Folterknechtes stand und erwiderte mit fester Stimme: „Dann erlaubt mir mich ebenfalls zu wiederholen. Isalith hat sich mir selbst vorge-HMMPPH!“. Der nächste Treffer, dieses Mal mitten in den Magen. Der Folterknecht ließ Syas an der Mauer herab rutschen wo er sich für einen Moment krümmte und hustend in sich zusammen sank.
    „Holt mir einen Wasserbottich und meine Messer. Wir werden vielleicht eine Weile hier sein.“

    Syas bleibt noch ein Weilchen stehen und sieht den Drachen und ihren Reitern hinterher ehe er die Landkarte die er immernoch in der rechten Hand hält, ausbreitet. Linkerhand im Tal befindet sich ein See. Dahinter eine Hügelkette die es zu überqueren gilt bis er ins wahrhaftige Gebirge kommt. Und genau das ist sein Weg. Gelassen, steckt der Mensch die Karte weg und bringt stattdessen seine Pfeife und einen Beutel Tabak zum Vorschein... die Reise beginnt.

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  • Anders als die Außenposten von Zwergen und Menschen waren die der Waldelfen keine kleinen Festungen mit hohen Steinwällen auf Hügeln oder Anhöhen.
    Stattdessen war es eine Hand voll unscheinbarer Gebäude am Fuße und am Stamm großer Bäume umringt von einem eher kleinen Holzwall welcher eher dazu diente den eigenen Bogenschützen eine leicht erhöhte Position zu bieten von der aus sie den Feind unter beschuss nehmen und gleichzeitig rasch wieder in Deckung gehen konnten.
    In einem Fall wie diesem war er aber genau so nutzlos, denn der Feind war bereits im Inneren. Mittlerweile hatte es jemand geschafft die Alarmglocken zu läuten und über den gesamten Außenposten verbreitet gab es kleinere Scharmützel zwischen Wald und Hochelfen. Erstere waren teilweise nur im Schlafgewand unterwegs oder hatten lediglich die Zeit gefunden noch rasch in Stiefel und einen Mantel zu schlüpfen ehe sie sich in den Kampf gestürzt hatten. Syas hingegen hatte noch nicht einmal die dunkelblaue Uniform ausgezogen gehabt als der Angriff begonnen hatte, folglich war er besser vorbereitet gewesen als die meisten.
    Das inkludierte natürlich nicht die Hochelfen die in der Anfangsphase des Kampfes die deutlich dominantere Seite waren.
    Syas hielt sich in der Dunkelheit und erwischte vier weitere Soldaten bevor ein gellender Schrei ihn auf einen Kampf aufmerksam machte der etwa zehn Meter über ihm auf dem Dach eines Hauses ausgetragen wurde.
    Der Folterknecht „Stiernacken“ hatte soeben einem Hochelfen seinen Krummsäbel in die Eingeweide gerammt. Blöderweise hatte sich die Klinge im Körper des sterbenden verhakt und er bekam sie nicht los. Just in diesem Moment schwang ein zweiter Angreifer der aus dem nichts gekommen war sein Schwert nach Stiernacken. Der Elf war dazu gezwungen von seiner eigenen Waffe abzulassen woraufhin der aufgespießte langsam vom Dach kippte und Stiernackens Säbel mit sich in den Abgrund riss.
    Als ob das nicht schon genug wäre krachte in diesem Moment gute zwanzig Meter über Syas eine Tür auf und ein paar Bogenschützen traten auf den Steg des Baumhauses. Ihn hatten sie noch nicht entdeckt aber Stiernacken war dadurch in einer sehr prekären Lage.


    Syas hatte aus offensichtlichen Gründen kein sehr enges Verhältnis mit dem Foltermeister…dennoch standen sie nun auf der Selben Seite. Und es gab nur wenige Möglichkeiten das Misstrauen der Waldelfen effektiver zu bekämpfen als Stiernacken dem Gefallen zu tun ihm sein Leben zu retten.
    Dazu musste er aber schnell handeln. Sein Schwert fallen lassend sprintete er hinüber zum Fuße des massiven Baumes und lief den Stamm die ersten paar Meter hinauf ehe die Gravitation ein Wörtchen mitreden wollte und er die Händen zur Hilfe nehmen musste.
    Das verlangsamte ihn jedoch nur wenig und flink wie ein Eichhörnchen kletterte er hinauf bis zu den hölzernen Querstreben unter dem Steg. Durch die Schlitze im Holz konnte er sehen, dass die drei Schützen bereits angelegt hatten. Keine Zeit zu verlieren.
    Mit der linken Hand und zog er sich hastig auf den Holzbalken während die Rechte bereits nach dem Griff des zweiten Schwertes griff. Dabei zuckte ein stechender Schmerz durch seinen linken Arm doch er ignorierte ihn so gut er konnte. Nun direkt unter dem Steg hockend zog er die Klinge und lies sie in derselben Bewegung auch gleich nach oben schnellen.


    Runen glühten weiß auf als das Schwert durch Holz, Leder, Fleisch und Knochen schnitt als wären sie aus Butter.
    Zwei Elfen fielen in Stücke gehackt zu Boden. Einer war sofort tot, der zweite hatte nur seine Beine verloren und schrie wie am Spieß.
    Der Dritte schaffte es zwar einen Pfeil abzuschießen aber dadurch, dass der Steg nun unter ihm einzusacken begann, verfehlte er sein Ziel komplett und fiel beinahe zu Boden. Das war dem Schattenläufer genug Zeit sich über das Geländer zu schwingen und dem stolpernden Soldaten einen gezielten Tritt ins Gesicht zu verpassen woraufhin dieser rücklings gegen den Baumstamm knallte. Bevor er jedoch in sich zusammensacken konnte hatte Syas ihn am Kragen gepackt und warf ihn schwungvoll über den Rand des Steges in den Abgrund.
    Den sich am schiefen Boden winden Beinlosen Krieger tötete er mit einem seiner eigenen Pfeile ehe er wieder zu Stiernacken herunter sah.
    Dieser rang mit seinem Gegner um das Schwert, gut er lebte also no….in diesem Moment traf ein Pfeil den Hochelfen am Hinterkopf.
    Auf einem anderen Steg am nächstliegenden Baum stand Serith über den Leichen zweier Hochelfen und gab dem Folterknecht nun Feuerschutz bis er sich wieder bewaffnet hatte. Syas seufzte und ließ das Runenschwert wieder in der Scheide verschwinden. So viel dazu Pluspunkte bei den Waldelfen zu sammeln, denn nun war es im Endeffekt Serith gewesen der Stiernacken das Leben gerettet hatte. Offiziell zumindest.
    Geschickt kletterte der junge Mann wieder den Baum hinunter zu seinem fallen gelassenen Schwert. Zwar war die Runenklinge in allen Belangen überlegen doch nutzte sie sich auch sehr schnell ab. Und er war der Letzte der jemals in der Lage wäre zu lernen die nötige Runenmagie zu wirken um eine andere Waffe damit auszustatten oder diese zu reparieren. Und es gab seines Wissens auch nur eine hand voll Leute dies konnten. Gute Gründe also ihren Gebrauch auf das Nötigste zu beschränken. Als er sich eben daran machen wollte sein Schwert zu heben, machte er eine Bewegung am Rande seines Sichtfeldes aus. Stattdessen nach einem Wurfmesser greifend wandte er sich blitzschnell um, bereit das Messer aus der Drehung heraus zu werfen….und erstarrte.


    Eine Pfeilspitze schimmerte im fahlen Mondlicht. Sie gehörte zu einem Pfeil auf einem angelegten und gespannten Bogen und zeigte auf ihn. Doch das war es nicht was den jungen Mann dazu gebracht hatte inne zu halten. Es war die Person die den Pfeil auf ihn richtete die daran schuld war.
    Eine Elfenfrau mit langem dunklen Haar und klaren, grauen Augen.
    Bevor er dazu kam etwas zu sagen, ließ sie die Sehne los und der Pfeil schnellte auf ihn zu.

    Syas bleibt noch ein Weilchen stehen und sieht den Drachen und ihren Reitern hinterher ehe er die Landkarte die er immernoch in der rechten Hand hält, ausbreitet. Linkerhand im Tal befindet sich ein See. Dahinter eine Hügelkette die es zu überqueren gilt bis er ins wahrhaftige Gebirge kommt. Und genau das ist sein Weg. Gelassen, steckt der Mensch die Karte weg und bringt stattdessen seine Pfeife und einen Beutel Tabak zum Vorschein... die Reise beginnt.


  • Keuchend und spuckend tauchte Syas Kopf aus dem Wasserbottich auf. Der Folterknecht packte ihn beim klitschnassen Schopf und riss ihn brutal zurück so, dass sein Rücken schmerzte.
    „Wirst du jetzt sprechen Menschenabschaum?“ Der ‚Abschaum‘ hatte Probleme seinen Blick auf Stiernacken zu fokussieren. Generll war er augenscheinlich nicht in guter Verfassung.
    Er blutete aus der Nase und dem Mund, auch die erzwungene ‚Gesichtswäsche‘ hatte die eingetrockneten Krusten nicht wegwaschen können.
    Dass er noch alle Zähne im Mund hatte wundert ihn selbst wahrscheinlich am Meisten. Zudem fehlten seinem Unterarm mehrere Streifen Haut.
    Dem rechten. „Wir wollen doch die netten Tätowierungen nicht zerstören.“, hatte der hünenhafte Elf spöttisch gemeint und den linken Unterarm aus diesem Grund bisher verschont. Die entfernten Hautstreifen dagegen lagen fein säuberlich am Tisch aufgereiht. „Für meine Sammlung.“, hatte es geheißen.
    Ein seufzen unterbrach die Stille als Stiernacken den Kopf schüttelte weil er keine Antwort bekommen hatte. „Willst also deinen Mund nicht aufmachen, was? Dann bringen wir dich eben zum schreien.“ Mit einem Blick auf seine Kollegen fügte er an: „Macht ihn von dort los, ich will ein bisschen an seinen Fingern bohren." Ohne eine verbale Antwort zu geben folgten die beiden dem Befehl ihres Vorgesetzten und machten sich daran die Schlösser an den Ketten zu öffnen und ihren Gefangenen zwischen sich zum Tisch zu schleppen.
    Das sollte sich als grober Fehler heraus stellen.


    Syas war zu dem Schluss gekommen, dass es sich nicht mehr auszahlen würde den braven Gefangenen zu spielen um die Waldelfen nicht gegen sich aufzubringen. Er hatte sie längst gegen sich aufgebracht und das würde sich in nächster Zeit auch nicht mehr ändern. Leider hatte sich bis jetzt am heutigen Tag keine Möglichkeit zur Flucht ergeben…bis jetzt.


    Als er beinahe beim Tisch angekommen war stieß Syas ihn mit einem kraftvollen Tritt vorwärts, direkt gegen das Knie des Folterknechtes. Die Wachen reagierten nicht schnell genug und er verpasste einem einen Ellenbogenstoß gegen das Kinn und dem anderen zog er die Beine weg. Da war, wenn auch humpelnd und fluchend, Stiernacken auch schon fast wieder heran. Doch auch er war nicht schnell genug. Als er Syas mit seinem frisch aufgegabelten Fleischermesser attackieren wollte, knallte ihm ein Holzstuhl ins Gesicht. Das Möbelstück zerbarst beim Aufprall und der Hüne wurde nach hinten geworfen.
    Mit der übrig gebliebenen Sessellehne verpasste der Mensch einer der Wachen einen Schlag auf den Kopf der ihr das Bewusstsein raubte. Einen Tritt gegen den Hals später ging es auch dem zweiten Mann so. Stiernacken dagegen war gerade dabei seine Sinne wieder weit genug beisammen zu bekommen um sich aufzurichten doch dann traf ihn ein harter Tritt mitten ins Gesicht und beförderte auch ihn ins Traumland.
    Syas besah sein Werk schwer keuchend. Er war am Ende seiner Kräfte. Alles schmerzte und aufrecht gehen war im Moment nicht möglich. Trotzdem konnte er sich ein schwaches Grinsen nicht verkneifen als er an das Geräusch dachte welches die Nase des Folterknechts gemacht hatte, als er sie ihm gebrochen hatte. Mit blutigen und verschwitzten Händen machte er sich daran die Bewusstlosen nach den Zellenschlüsseln abzusuchen.
    Praktischerweise hatte der Folterknecht selbst sie dabei. Amateure. Aber es sollte ihm nur recht sein wenn sie es ihm so leicht machten. Neben den Schlüsseln nahm er noch ein abgetrenntes Stuhlbein an sich. Besser als gar nichts. Keine weitere Zeit verlierend, steckte er einen Schlüssel ins Schloss und probierte diese aufzusperren. Es funktionierte nicht. Auch der zweite lieferte kein Ergebnis. Der dritte und letzte Schlüssel dagegen öffnete die Tür. Dem Menschen fiel ein Stein vom Herzen. Soweit so gut.


    Mit pochenden Kopfschmerzen und leicht verschwommenen Blick sperrte er die Tür hinter sich zu so leise das eben möglich war bei einer mit Eisen verstärkten Tür mit massivem Schloss. Scheinbar war er jedoch leise genug gewesen denn nichts regte sich. Vorsichtig schlich der Schattenläufer durch die Gänge des Verlieses. Die meisten Zellen waren leer wie es schien. Das machte auch Sinn. In einem Krieg der schon so lange andauerte und der so emotional geführt wurde wie der zwischen den Wald und Hochelfen stellte man nur noch selten Fragen und hatte keine Hemmungen davor zu töten. Wahrscheinlich konnte er sich wohl glücklich schätzen, dass man ihn bisher am Leben gelassen hatte auch wenn dieses ‚Glück‘ mit schmerzhaften Nebenwirkungen einhergegangen war. Nebenwirkungen an denen nur er und seine Naivität schuld waren.


    Syas hatte es beinahe dorthin geschafft wo er den Ausgang vermutete. Unterwegs hatte er nur zwei Wachen ausweichen müssen die gelangweilt ihre Runden drehten.
    Ein Kinderspiel selbst in seinem jetzigen Zustand. Als er um die letzte Ecke bog sah er tatsächlich den Ausgang. Hinter einer halb offenen Türe konnte er eine Wendeltreppe die nach oben führte erkennen. Das war fast zu einfach. Sein Glück nicht herausfordern wollend beeilte er sich zu eben jener Tür zu kommen… bis ein Wirbel aus genau dieser Richtung die nahezu geisterhafte Stille die im Verlies herrschte, durchbrach.


    Syas fluchte innerlich. Der Lärm würde die Wachen hinter ihm anlocken also blieb ihm nur die Flucht nach vorne. Und dabei hatte er gehoffter könnte es konfliktlos hier raus schaffen…wenn man von den Bewusstlosen Elfen in seiner Zelle absah.
    „Bitte…“ , „könnt da jetzt nicht runter…“ und „…so wartet doch…“ waren die Textfetzen die er verstehen konnte. Sehr gut. Wer auch immer da die Treppe herunter eilte würde zumindest komplett unvorbereitet sein.
    Er würde ihn oder sie und etwaige Begleitung einfach mit dem Stuhlbein bewusstlos schlagen und …da schwang die Tür auch schon vollends auf und ein Kapuzenträger eilte ihm entgegen. Syas war bereits nahe an der Tür gewesen und ließ das Stuhlbein schwungvoll voraus schnellen.
    Klappernd fiel die Hälfte seiner improvisierten Waffe zu Boden, sauber in der Mitte durchgeschnitten. Aber das beachtete der Mensch, welcher ein durch und durch fassungsloses Gesicht machte, gar nicht mehr richtig. Die Kapuze seines vermeintlichen Opfers war bei dem mühelosen Konter ein Stück nach hinten gerutscht und enthüllten eine Elfenfrau mit langem dunklen Haar und klaren, grauen Augen.


    Syas Suche war zu Ende.


    Im nächsten Moment spürte er einen Stich als ein Betäubungspfeil sich in seinen Hals bohrte. Die Wachen waren eingetroffen. Syas blieben nur Sekunden in denen sein Blickfeld rasant schwarz wurde. Er verbrachte diesen kurzen Zeitraum damit sich das Gesicht vor ihm anzusehen und zu hoffen, dass er es wieder sehen würde sobald er das nächste Mal aufwachte.

    Syas bleibt noch ein Weilchen stehen und sieht den Drachen und ihren Reitern hinterher ehe er die Landkarte die er immernoch in der rechten Hand hält, ausbreitet. Linkerhand im Tal befindet sich ein See. Dahinter eine Hügelkette die es zu überqueren gilt bis er ins wahrhaftige Gebirge kommt. Und genau das ist sein Weg. Gelassen, steckt der Mensch die Karte weg und bringt stattdessen seine Pfeife und einen Beutel Tabak zum Vorschein... die Reise beginnt.

  • Der Pfeil verfehlte sein rechtes Ohr nur um Haaresbreite und im nächsten Moment hörte er jemanden hinter sich aufächzen.
    Über seine Schulter blickend konnte er sehen wie ein hochelfischer Bogenschütze zu Boden sank. Ein Pfeil hatte sich beim linken Auge durch den ganzen Schädel gebohrt und steckte nun zitternd im Baumstamm gleich dahinter. Erleichtert ausatmend wendete er sich wieder der Elfin zu und bekam von ihr ein Lächeln geschenkt. Er erwiderte es nicht nur sondern führte zwei Finger an die Lippen und schickte ihr einen Kuss mitsamt einer angedeuteten Verbeugung. Ihr Lächeln wurde für einen Moment breiter ehe sie sich ihre Kapuze wieder tiefer ins Gesicht zog und die beiden sich zunickten und in verschiedene Richtungen aufbrachen. Es galt noch einige Feinde auszuschalten.
    Der neu beflügelte Syas war noch nicht sehr weit gekommen als eine Stimme nach ihm rief: „Hey Mensch!“ Der Mann hielt inne und blickte auf das Dach hinauf von dem der Ruf gekommen war.
    Dort stand Stiernacken mit seiner deformierten Nase und starrte verächtlich auf ihn hinab. „Sie wird nicht immer da sein um euch zu beschützen. Merkt euch das närrischer Junge!“


    Das war der Punkt an dem Syas gegen jede Vernunft los prusten musste.
    Was kümmerte es ihn, dass die Anderen Elfen ihm gegenüber feindselig eingestellt waren?
    Was kümmerte es ihn ob er sie jemals überzeugen würde können, dass er auf ihrer Seite war?
    Was kümmerte es ihn, dass er als Zwangsrekrutierter eigentlich noch immer ein Gefangener war dem man eine Waffe in die Hand gedrückt hatte in der Hoffnung er würde bald durch den Pfeil eines Feindes sterben?
    Er war wieder vereint mit Isalith und das war alles was zählte. Sollten die Anderen doch Gift und Galle spucken und ihn mit jedem Schimpfwort bedenken welches die Elfen für seine Rasse je erfunden hatten. Es war ihm gleich. Und so wischte er sich lachend eine Träne aus dem Augenwinkel und entgegnete:

    „Wisst Ihr was Foltermeister? F@*+# euch doch.“


    ____
    Monate später:
    ____



    Ein kühler Lufthauch kitzelte die Nase des Menschen und weckte ihn sanft aus seinem Schlummer.
    Syas hob den Kopf leicht an um sich in dem Raum umzusehen. Es war noch mitten in der Nacht. Die Kerzen die am Vorabend das Zimmer erhellt hatten waren jedoch bereits vollends herunter gebrannt. Neben ihm schmiegte sich eine tief schlafende Isalith an seine Schulter, bis zum Brustkorb zugedeckt und einem Ausdruck tiefster Entspannung im Gesicht.
    Sie würde am nächsten Morgen wieder auf eine Mission aufbrechen, folglich hatten die Beiden den letzten Abend für traute Zweisamkeit genutzt.
    Mit der Regel die es untersagte, dass Krieger der waldelfischen Armee sich ein Schlafgemach teilen durften, hatten sie es ohnehin von Anfang an nicht so genau genommen.
    Spätestens nach den Rollen die die beiden bei der Verteidigung des Außenpostens gespielt hatten und einer Vielzahl an erfolgreichen Missionen und Scharmützeln mit dem Feind, blieb der Obrigkeit nicht viel übrig als zähneknirschend beide Augen zu zudrücken.


    Vorsichtig und darauf bedacht Isalith nicht zu wecken, stieg der Schattenläufer aus dem Bett und schlüpfte in seine Hosen ehe er sich sein Hemd überwarf und mit Pfeife, Kraut und Feuerstein bewaffnet den Weg zum Balkon antrat. Paffend an den Türstock gelehnt beobachtete er den nächtlichen Außenposten von oben.
    Nur ein paar wenige Fackeln erhellten die Stege, Balkone und Wehrgänge. Bei der natürlichen Nachtsicht der Elfen waren mehr auch gar nicht nötig. Jedoch waren auch eher wenige Wachen zu sehen.


    Syas ging eben im Kopf ein paar Ideen durch wie man den Außenposten noch besser sichern könnte als ein Pfeil sich neben ihm in den Türstock bohrte.
    Er tat dem Schützen nicht einmal den Gefallen mit der Wimper zu zucken und rauchte seelenruhig fertig. Erst danach griff er nach dem Pfeil und zog ihn ruckartig aus dem Türstock.
    Wie erwartet war daran ein Pergament geschnürt. Neue Befehle für den ‚Menschenabschaum‘.


    Die Boten, enge Freunde von Isalith’s Bruder Serith, überbrachten ihm seine Befehle immer auf diese oder ähnliche Arten in der Hoffnung ihn dadurch zumindest ärgern zu können wenn sie ihn schon nicht los werden konnten. Ein fruchtloses Unterfangen.
    Ein Großteil der Elfen störten sich nicht mehr an ihm oder verhielten sich ihm gegenüber zumindest nicht offen feindselig, einige wenige nannten ihn sogar mittlerweile ihren Kameraden und die Obrigkeit verhielt sich ohnehin ruhig da seine Fähigkeiten ihrer Sache nützlich waren doch es gab noch immer mehr als genug von denen die keinen Hehl daraus machten, dass sie ihn am liebsten mit Pfeilen gespickt hätten.
    Die Tatsache, dass Stiernacken und Serith ihn aktiv anschwärzten wo es nur ging, machte die Sache nicht besser. Doch er hatte sich damit abgefunden und schenkte dem wenig Beachtung. Er konnte es nicht allen recht machen und er hatte nicht länger vor es überhaupt zu versuchen.


    Als er die Nachricht fertig gelesen hatte murmelte er amüsiert: „Was sagt man dazu?“
    „Was sagte man wozu?“, erkundigte sich Isalith die hinter ihm auf den Balkon getreten war bevor sie sich bei seinem Oberarm einharkte und den Kopf an seine Schulter lehnte. Wortlos hielt er ihr das Pergament hin und wartete bis sie zu Ende gelesen hatte. Auch sie schmunzelte und fragte: „Arathea also?“. Der Schattenläufer küsste sie auf die Stirn und antwortete anschließend: „Arathea also.“


    THE END


    DISCLAIMER: Mir ist klar, dass man hier ohne Vorwissen über die Hintergründe und Charaktere etwas...verloren ist. Ich war es jedoch leid Syas als ständigen Griesgram und Einzelgänger zu spielen, also musste etwas passieren. Leider habe ich nur noch wenig Kontakt zu Isalith's Inaktiver Spielerin und ich habe sie nicht erreicht um das ganze als RP abzuwickeln. Demnach musste ich es selbst schreiben und hoffen mit ihren Charakteren nicht zu sehr Out of Character zu handeln aber ganz stumm wollte ich sie dann auch nicht lassen. Ich hoffe mir wird verziehen. ;)
    Farben: Kellham Stiernacken Namenlose Beamtin Syas Isalith

    Syas bleibt noch ein Weilchen stehen und sieht den Drachen und ihren Reitern hinterher ehe er die Landkarte die er immernoch in der rechten Hand hält, ausbreitet. Linkerhand im Tal befindet sich ein See. Dahinter eine Hügelkette die es zu überqueren gilt bis er ins wahrhaftige Gebirge kommt. Und genau das ist sein Weg. Gelassen, steckt der Mensch die Karte weg und bringt stattdessen seine Pfeife und einen Beutel Tabak zum Vorschein... die Reise beginnt.

  • So, zum zweiten Mal gelesen und um endlich auf offiziell einen Kommentar dazu abzugeben:


    Ich mag's! So ein Verhalten passt zu Syas und Isalith ;)


    "Arathea ist die Heimat jener, die keine Helden sind, und dennoch ihre Geschichte zu erzählen haben..."
    by Karalya



    R.I.P.
    Klingen[color=#a69521]sturm Jadien